Neue Konzepte für 2026

Unser Pilot-Workshop im Seminarhaus am See „Resiliente Selbststeuerung in Zeiten des Wandels“ richtet sich gezielt an Abteilungsleiterinnen in Ministerien. Gemeinsam mit meiner Kollegin, Dr. Heike Jung, beleuchten wir die Führungsaufgabe, die Funktion und Position von Abteilungsleiterinnen sowie die An- und Herausforderungen, welche unterhalb der politischen Entscheidungsebene entstehen. Ein weiterer Workshop „Entwicklung von Top-Führungskräften in Ministerien“ richtet sich an Mitarbeitende, die perspektivisch eine Spitzenfunktion übernehmen sollen. Unser Format verbindet einen klaren Blick auf die Dynamik ministerieller Strukturen mit der individuellen Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmenden. Hierzu stehen wir aktuell mit dem Innenministerium in Rheinland-Pfalz in Verbindung, die den Workshop sehr gerne mit uns in 2026 umsetzen möchten.

„Martina, dein Führungscurriculum damals in Rheinland-Pfalz war mit Abstand die beste Veranstaltung, neben meiner Ausbildung zur Supervisorin, die ich besucht habe.“ Dieses Feedback von Dr. Heike Jung begleitet mich bis heute – und es steht stellvertretend für viele Rückmeldungen, die ich im Laufe der Jahre erhalten habe.

Warum ist das so?

Ich bringe Klarheit in individuelle Problemstellungen und Konflikte, indem ich die zugrunde liegenden Dynamiken sichtbar mache. Gerade in öffentlichen und sozialen Organisationen ist es entscheidend, zwischen verschiedenen Arten von Herausforderungen zu unterscheiden:

1. Herausforderungen und Konflikte, die durch eigenes Engagement und persönliche Haltung steuerbar sind.

Dazu gehören etwa der Umgang mit Emotionen, Druck oder Komplexität. In Seminaren und Coachings können diese Muster reflektiert und kontraproduktive Routinen verändert werden.

2. Herausforderungen und Konflikte, die strukturell bedingt sind und von Führungskräften nur begrenzt beeinflusst werden können.

Immer wieder entstehen in Behörden oder Ministerien sogenannte Parallelstrukturen, die Hierarchien umgehen. Neben der offiziellen Aufbauorganisation werden „Beraterstäbe“ oder „agile Projektteams“ etabliert, deren Aufgaben nicht klar von denen der Linienorganisation abgegrenzt sind – oft mit direkter Anbindung an die politische Ebene. So entstehen „Schattenorganisationen“, die das Vertrauen der Hausspitze genießen, gleichzeitig jedoch die Leistungsfähigkeit der Linie schwächen. Die Folge: Widerstand und Frustration.

3. Herausforderungen und Konflikte, die nicht veränderbar sind, weil sie zum informellen Rollenverständnis, zu verdeckten Werten oder zur Kultur der obersten Leitungsebene gehören und auf dieser Ebene zu klären sind.

Politische Wechsel bringen neue Werte, neue Prioritäten und oft auch neue Arbeitsweisen mit sich. Für Führungskräfte und Mitarbeitende bedeutet das häufig Neuorientierung verbunden mit Verunsicherung und Stabilitätsverlust.

Die Bewusstheit über diese unterschiedlichen Qualitäten von Herausforderungen – und der angemessene Umgang damit – ist ein zentraler Erfolgsfaktor für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In unseren Workshops und Coachings sensibilisieren wir für passende Interventionen und eine gezielte Selbststeuerung.

Unsere Konzepte

1) Workshop: Resiliente Selbststeuerung – in Zeiten des Wandels

für Abteilungsleiterinnen in Ministerien

Überblick und Agenda zum Workshop

Tag 1: 13:00 – 18:00 Uhr 

🔹 Begrüßung & Kennenlernen

  • Vorstellung der Teilnehmenden und Klärung der Erwartungen
  • Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre für die Zusammenarbeit

🔹 Arbeitsrealität in Ministerien – Herausforderung und Chancen

  • Was schätze ich an meiner Arbeit?
  • Vor welchen spezifischen Fragestellungen stehe ich in meiner Rolle und Funktion?

Tag 2: 10:00 – 20:00 Uhr 

🔹 Führung zwischen Stabilität und Agilität

  • Durch welche Kultur ist meine Organisation geprägt?
  • Wie gehe ich mit Konflikten und Widerständen um?

🔹 Selbstführung und Selbststeuerung

  • Grundlagen und Ansätze zur bewussten Selbstführung
  • Reflexion persönlicher Glaubenssätze und deren Einfluss auf das individuelle Führungsverhalten

🔹 Wirkungsorientierte Zusammenarbeit in Zeiten des Wandels

  • Passende als auch authentische Strategien der Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Umgang mit Dilemmata
  • Agilisierung der eigenen Führungskultur

Tag: 3: 10:00 – 15:00 Uhr 

🔹 Integration der Erkenntnisse in den Berufsalltag

  • Ableitung von konkreten Handlungsstrategien für die eigene Führungspraxis
  • Austausch über mögliche Herausforderungen bei der Umsetzung
  • Zielvisualisierungs- und Ankertechniken

🔹 Rückblick auf die vergangenen Tage

  • Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse
  • Feedbackrunde und Verabschiedung

 Methoden des Austauschs & Zusammenarbeit im Workshop

  • Diskussion und interaktive Gruppenarbeit
  • Kollegiale Fallbesprechungen zu individuellen Fragestellungen
  • Kurzcoachings
  • Übungen und Selbstreflexion

 

2) Führungskräfteentwicklungsprogramm für künftige Top-Führungspersönlichkeiten auf ministerialer Ebene

für Referentinnen, Referenten und Referatsleitungen in Ministerien

Persönlichkeitsentwicklung als Prozess

  • PRE-Work: Handout und Literaturhinweise zur inhaltlichen Einstimmung
  • Zwei-Tage-Präsenz – 1. Workshop
  • Coachingphase in Präsenz und digital – fünf Coaching-Sessions Einzeln und in Kleingruppen über ca. sechs Monate
  • Zwei-Tage-Präsenz – 2. Workshop
  • POST-Work: Handout, Austausch im Netzwerk und Empfehlungen für die individuelle Weiterentwicklung

 

Unsere Zielsetzung

Die Teilnehmenden

  • entwickeln ihr Selbstverständnis als Führungspersönlichkeit weiter,
  • bauen zentrale Kompetenzen für eine Top-Management-Funktion aus – strategisches Denken, Rollenbewusstsein, politische Kommunikation,
  • stärken ihr Self-Branding, um sichtbar und überzeugend aufzutreten,
  • nutzen Führungstools und Self-Leadership Ansätze, um sicher durch komplexe Situationen und Transformationsprozesse navigieren zu können.

 

Dr. Heike Jung stellt sich vor

http://www.die-reflektierbar.de/, Fotografie: http://www.yvonnejung.com/

„Nichts auf der Welt ist so kraftvoll, wie die Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Victor Hugo)

Ursprünglich liegen meine beruflichen Wurzeln in der Sozialen Arbeit und der Pädagogik. Meine Promotion in der Erziehungswissenschaft befasste sich mit dem Thema Führung. Beruflich war ich viele Jahre als Leiterin eines Ministerinbüro, stellvertretende Abteilungsleiterin und Abteilungsleiterin tätig. Parallel dazu und bis heute begleite ich seit über 25 Jahren Menschen als Supervisorin, Coach und systemische Beraterin. Diese Kombination ist in den Ministerien ungewöhnlich. Ich war eine Exotin in der Verwaltung und fand es wunderbar, gab es mir doch gefühlt viel Freiheit.  Daraus ist eine besondere und prägende Perspektive auf die administrative Arbeitswelt entstanden.

Eine bedeutsame Erfahrung, die sich mit meinen Qualifikationen perfekt ergänzte, war die enge und lange Zusammenarbeit mit Ministerin und Ministerpräsidentin a.D., Frau Malu Dreyer, die mich nachhaltig inspiriert hat. Uns verband der gleiche Führungsstil, die Kultur der Wertschätzung und Klarheit sowie der Feminismus.

Meine unterschiedlichen beruflichen Funktionen und Positionen machten mich intensiv vertraut mit komplexen Entscheidungsprozessen und hochdynamischen Situationen in der Politik. So erhielt ich über viele Jahre tief gehende Einblicke in Führungsprozesse innerhalb der Ministerien, in Beratungssituationen, in die Organisationsdynamik sowie die strategische und politische Entscheidungsfindung.

Führungskraft in einer Spitzenfunktion zu sein, empfand ich auf unterschiedlichen Ebenen als ständige Herausforderung. Meine Arbeit war immer von großer Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und viel Herzblut geprägt. Gleichzeitig erlebte ich Arbeitsrealitäten, in denen Ohnmacht, Hilflosigkeit und Frustration spürbar wurden. Ich weiß daher genau, wie es sich anfühlt, an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung zu arbeiten.

Als besonders kritisch bewerte ich die in den letzten Jahren zunehmend wahrnehmbare Veränderung des Rollenverständnisses politischer Verantwortungsträger.  Nach meinem Erleben konzentrieren sich die Hausspitzen mehr und mehr auf strategisch-parteipolitische Fragestellungen, während die interne Führung und Identifikation mit dem jeweils zu verantwortenden Ressort an Bedeutung verlieren.

Diese Spannungsfelder schärften meinen professionellen Blick und bilden heute eine zentrale Grundlage für meine Arbeit als selbständige Supervisorin und Coach.

Als praxisnahe und mit großem Verständnis für die Realität in politischen und administrativen Strukturen tätige Supervisorin und Coach ist es mir ein großes Anliegen, Menschen, die in diesem Umfeld tätig sind, zu unterstützen. Ganz besonders liegen mir dabei (angehende) Führungskräfte am Herzen. Ich begleite meine Klientinnen und Klienten mit einem systemischen Blick und einem lösungsfokussierten Ansatz. In den Sitzungen finden sie Raum zum Innehalten, Nachdenken und Wachsen. Wenn Menschen erkennen, warum sie die Dinge so tun, wie sie sie tun und wenn ihnen klar wird, wie sie „ticken“, dann ist Veränderung und persönliche Entwicklung möglich.

Ich freue mich auf interessante Menschen und spannende Prozesse.

Dr. Heike Jung

Ministerialdirigentin a.D., Supervisorin und Coach               

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